Seit etwa zwei Jahren trifft sich in Vimbuch eine Gruppe von Personen, die von der schlimmen Vergangenheit des Kirchspiels Vimbuch betroffen sind: Sie sind Betroffene von sexuellem Missbrauch durch einen katholischen Pfarrer. Der Täter war von 1965 bis 1990 im Kirchspiel Vimbuch und in Weitenung tätig. Nach inoffiziellen Schätzungen ist von mehreren hundert Betroffenen auszugehen.
Die Gruppe hat das Ziel, neben der gegenseitigen Unterstützung vor allem auch eine umfassende Aufarbeitung der Geschehnisse anzustoßen. „Es geht dabei nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Klärung der damaligen Strukturen, die sexuelle Gewalt ermöglicht haben“, teilt die Gruppe mit, die zum 18. November, dem „Europäischen Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“, eine eigene Webseite eingerichtet hat. „Aufarbeitung bedeutet auch, zu erforschen, warum vertuscht und geschwiegen wurde, und Wege aus diesem Schweigen aufzuzeigen“, heißt es weiter.
Zudem möchte die Gruppe eine Anlaufstelle sein für alle, die selbst nach so vielen Jahren das Bedürfnis haben, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen – unabhängig davon, ob sie selbst oder als Angehörige betroffen sind. Eine therapeutische oder psychologische Beratung kann nicht angeboten werden. Es ist jedoch geplant, eine therapeutische Fachperson zu finden, die den Prozess künftig begleiten kann.
Nähere Informationen finden Sie auf der eigens eingerichteten Webseite unter www.missbrauchvimbuch.de.

